Keine Sternenkonstellation bildet die Grundlage des chinesischen Horoskops, sondern zwölf Tiere, die sogenannten Erdstämme, die jeweils über ein Jahr gemeinsam mit den Himmelsstämmen und Yin und Yang herrschen. Die Himmelsstämme stellen die 5 Elemente und ihre zugeordneten Planeten dar, Wasser und Merkur, Metall und Venus, Feuer und Mars, Holz und Jupiter, Erde und Saturn. Yin und Yang sind zwei Kräfte, die einander entgegenwirken, dennoch in einer wechselseitigen Beziehung stehen und eine Gesamtheit bilden. Insgesamt gibt es zehn Himmelsstämme. Sie ergeben sich durch die Kombination, da jedem der fünf Elemente und seinem Planeten einmal Yin und einmal Yang zugeordnet wird. Die jeweils herrschenden Erden- und Himmelsstämme beeinflussen das Leben auf der Erde, entscheiden über Schicksale und bestimmen Begebenheiten und prägen auch die zwölf Doppelstunden des Tages.

Der chinesische Kalender

Seit Ausrufung der Republik in China im Jahr 1912 wurde der gregorianische Kalender eingeführt, doch wird in China noch immer nach dem chinesischen Kalender gerechnet, besonders zur Festlegung von traditionellen Festen. Das chinesische Jahr beginnt mit dem zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende, deshalb beginnt nicht jedes Jahr am gleichen Tag. Der Neujahrstag kann zwischen dem 20. Jänner und dem 21. Februar liegen. Die Jahre sind den Erdenstämmen zugeteilt. Das Jahr 2013 steht im Zeichen von Schlange, Wasser und Merkur samt Yang. Wurde jemand am 20. Jänner 2013 geboren, fällt er jedoch nicht unter das Zeichen der Schlange, sondern noch unter das Zeichen des Drachen, der das Jahr 2012 regierte. Wasser und Merkur waren auch dem Drachen 2012 zugeordnet, jedoch mit Yin. Die Erdenstämme wechseln jährlich, die Himmelsstämme alle zwei Jahre. Dabei ergibt sich ein 60er Zyklus für die Kombinationen, alle 60 Jahre herrscht dasselbe Tier mit denselben Elementen und der jeweiligen Kraft. Die Schlange, die mit Wasser, Merkur und Yang für das Jahr 2013 steht, wird erst wieder 2073 wieder in derselben Kombination herrschen. Sie selbst, gemeinsam mit einem anderen Element, wird alle 12 Jahre zum Kalendertier. Buddha hat einer Legende zufolge den jeweiligen Tieren ein Jahr geschenkt. Als er sein irdisches Leben beendete, lud er alle Tiere ein, es kamen jedoch nur zwölf. Um sie für ihr Kommen zu belohnen, erhielt jedes Tier ein Jahr zugeteilt, das durch seinen Charakter geprägt werden solle. Buddha verteilte die Jahre nach dem Eintreffen der Tiere. So erzählt die Legende auch, dass die Ratte nur durch List das erste Tier wurde. Sie wurde den ganzen Weg vom Büffel auf dessen Rücken getragen, kurz vor dem Ziel sprang sie herunter und lief als erstes Tier zu Buddha.

Die Erdenstämme und ihre Charaktere

Die Erdstämme sollen es nach dem Glauben der Chinesen sein, die in erster Linie das jeweilige Jahr prägen. In verschiedenen Kombinationen mit den Himmelstämmen und Yin und Yang bestimmte in den Jahren 1912, 1924, 1936, 1948, 1960, 1972, 1984, 1996, 2008 das Geschehen auf der Erde und die Persönlichkeit der in ihrer Zeit Geborenen. Die Ratte ist schlau, eine starke Persönlichkeit, zielstrebig, neigt aber zu Geiz. Der Ratte folgt der Büffel ab 1913 jedes zwölfte Jahr. Zuletzt stand das Jahr 2009 in seinem Zeichen. Geduld und Fleiß zeichnen ihn aus, er ist überlegt, aber neigt zu Zorn. 1914 beginnt der Zwölferzyklus des Tigers, er wird erst 2022 wieder herrschen. Voll Gefühl zeigt er sich, doch auch zögerlich in Entscheidungen, dennoch mutig und tapfer. Ab 1915 regierte alle zwölf Jahre der Hase, kunstbegabt, tüchtig im Geschäftsleben, aber eher pessimistisch. Der Hase steht gerne im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Er bestimmte zum letzten Mal das Jahr 2011 und kommt 2023 wieder zum Zug. Das Streben nach Harmonie und starke Zuverlässigkeit schenkt der Drache den in seinem Jahr, ab 1916, Geborenen. 2012 dominierte ebenfalls der Drache. Er gilt als besonderes Symbol in China. Drachen-Menschen gelten als zäh, robust und erreichen ein hohes Alter. 2013 ist das Jahr der Schlange.1917, 1929, 1941, 1953, 1965, 1977, 1989, 2001 waren ebenfalls Jahre der Schlange. Die Schlange ist bekannt für ihr Geschick in finanziellen Angelegenheiten, verbunden jedoch mit Geiz. Sie neigt zu Egoismus und misstraut anderen. Im kommenden Jahr, 2014, wird das Pferd die Geschicke lenken, so wie in den Jahren 1918, 1930, 1942, 1954, 1966, 1978, 1990 und 2002, voll Leidenschaft und oft ungeduldig. Das Pferd ist klug und den Künsten zugewandt, im Grunde ein Schöngeist. Gutmütig, aber schüchtern traf das Schaf nach dem Pferd bei Buddha ein. Er schenkte ihm unter anderem jedes zwölfte Jahre von 1919 bis 2003. So scheu sich das Schaf auch zeigt, wenn es darum geht, seine Meinung durchzusetzen, wird es leidenschaftlich und stur. 1920 bis 2004 stand jedes zwölfte Jahr unter der Herrschaft des Affen. Das Tier zeigt großen Forscherdrang und enorme Wissbegierde. Arbeiten werden sorgfältig und sofort erledigt. Der Affe neigt jedoch dazu, eingebildet zu sein. Seiner Klugheit ist er sich bewusst. Alles auf einmal machen, das möchte der Hahn, der 1921 seinen Zwölferzyklus startete. Streitsüchtig und aggressiv, kann er sich nur schwer integrieren, obwohl er eigentlich ein Nachdenker ist. Großzügig, treu und hilfsbereit hingegen begegnet der Hund seinen Mitmenschen. 1922, 1934, 1946, 1958, 1970, 1982, 1994, 2006 waren Jahre des Hundes, der hohe moralische Ansprüche an sich und seine Umwelt stellt. Das Schwein symbolisiert in vielen Kulturen Glück, auch im chinesischen Horoskop, denn Schweine-Geborene sind wahre Glückskinder. Wer also in den Jahren 1923, 1935, 1947, 1959, 1971, 1983, 1995 oder 2007 darf sich freuen. Schweine sind auch zielstrebig, können sich in eine Aufgabe regelrecht verbeißen, sind aber auch äußerst charmant.

Die Erdenstämme beeinflussen nach dem chinesischen Horoskop ihr zugeordnetes Jahr und die in der Zeit Geborenen am stärksten. Da jedem Tier auch eine Doppelstunde des Tages zugeschrieben wird, kommt ein weiterer Einfluss durch das Tier der Geburtsstunde hinzu, ähnlich dem Aszendenten in der Astrologie. Die Elemente, Planeten sowie Yin und Yang ergänzen und unterstreichen die Eigenschaften des herrschenden Tieres. Holz symbolisiert dabei Würde und Beständigkeit, Feuer Entflammbarkeit sowohl im positiven wie im negativen Sinn. Holz bedeutet aber auch Frieden, Feuer Streit. Es verwundert nicht, dass auch in China dem Element Feuer der Planet Mars zugeordnet wird, der kriegerische, der männliche Planet. Ausdauernd und penibel stellt sich die Erde dar. Sie zeigt stabilisierende Eigenschaften. Risikobereiter ist Metall, gerecht und ehrlich. Wasser schwemmt Altes fort, das Streben nach Neuem ist ihm eigen.