Fische verfügen über ein Helfersyndrom, das von ihnen auch eingesetzt wird, wenn es nicht erwünscht ist. Wenn es um die Hilfe für andere geht, neigen sie bisweilen sogar zur Selbstaufopferung und zum Märtyrertum. Wie sie andere bemitleiden können, reagieren sie aber auch mit einer Portion Selbstmitleid auf ihre eigenen Sorgen und Probleme. Einerseits streben sie nach Harmonie, andererseits können sie sehr empfindlich reagieren, eine rasche Versöhnung ist dabei ausgeschlossen. Fische möchten nicht gerne die Stelle eines Leittiers in der Herde einnehmen, sie lassen sich lieber führen, so verhält es sich auch, wenn es um Entscheidungen geht. Fische überlassen Entscheidungen gerne anderen.

Die Fischefrau

Fischefrauen können Männer verwirren und bezaubern. Sinnlich und feminin, wirken sie anziehend auf das andere Geschlecht, dabei erfühlen sie den anderen. Fischefrauen haben die Fähigkeit, sich tief in die Seele des Partners hineinzudenken. Sie fühlen im engsten Sinne des Wortes mit. Männer sind überrascht, wie verstanden von einer Fischefrau werden, schnell verstricken sie sich immer fester ihr. Doch sie sollten auch wissen, dass die Fischefrau sie in Ketten legt und zu enger Umklammerung neigt. Da sie weder leiten noch Entscheidungen treffen möchte, überlässt sie die Führungsrolle dem Partner. Sie sucht seine starke Hand, an die sie sich regelrecht klammert. Einer Fischefrau kann der Partner seine Liebe nicht oft genug versichern. Doch der Mann, der ihr das Gefühl vermittelt, geliebt zu werden, sie führt und leistet, der sich auch umklammern lässt, hat ein verwöhntes Leben an ihrer Seite. Für ihn würde sie sich aufopfern, wenn er es verlangt, hingebungsvoll und märtyrerhaft. Circe könnte eine Fischefrau gewesen sein, denn einen Mann zu bezaubern, fällt der Fischefrau leicht. Sie setzt diese Fähigkeiten, auch ihre körperlichen Reize, jedoch auch ein, um ein Ziel zu erreichen. Ihre Hilflosigkeit unterstützt sie in ihrem Tun. Sie wirkt seelisch zart und verletzbar auf die Männerwelt. Der schwache Mann wird ihr jeden Wunsch erfüllen. Fischfrauen träumen gerne und lieben alles Übersinnliche. Sie können durchaus streng gläubige Menschen sein, gottesfürchtig, und ihre Gefühle im Gebet und im Glauben ausleben. Sie können aber auch Erfüllung in Okkultem finden. Die Kristallkugel, die den Blick in die Zukunft erlaubt, ist der Fischefrau nicht fremd. Kartenlegen und Träume deuten sind ihr Metier, ebenso wie die Astrologie oder das Lesen der Handlinien. Schwieriger für sie ist es jedoch, einen begangenen Fehler einzusehen oder eine vorgefasste Meinung zu ändern. Eine Entschuldigung kommt einer Fischefrau so gut wie nicht über die Lippen. Sie hasst Konkurrenzkämpfe und direkte Auseinandersetzungen, deshalb kämpft sie nicht mit offenen Waffen. Da sie sehr einfühlsam ist, weiß sie auch, in welche Wunde sie Salz streuen muss. Meist geht sie dabei vollkommen unschuldig wirkend vor. Das Salz für die Wunde kommt von hinten, während sie dem Gegenüber ins Gesicht lächelt. Besonders tödlich können ihre Giftpfeile sein, wenn sie von jemandem enttäuscht wird. Ihre Rachegefühle gehen nicht selten über das Grab hinaus. Doch wenn sie liebt, dann liebt sie, unerschütterlich. Als Mutter liebt sie ihre Kinder über alles und ihre Einfühlsamkeit ermöglicht ihr auch das Verständnis für sie. Dabei kann sie auch übertreiben und zur Glucke werden, der Abnabelungsprozess fällt der Fischemutter schwer. So, wie sie sich tägliche Liebesbeteuerung vom Partner wünscht, so wünscht sie die lebenslange Dankbarkeit ihrer Kinder.

Der Fischemann

Der Fischemann hat eines nicht, eine starke Persönlichkeit. Er passt sich an, lebt nach, was andere ihm vorleben und entscheidet sich ständig anders. Einfühlsam wie auch die Fischefrau, zieht er das weibliche Geschlecht an. Romantik bedeutet ihm in einer Beziehung alles. Ein Candlelight-Dinner, eine Serenade im Mondschein, eine Rose zwischen den Lippen, er liebt es, wenn der Himmel voll Geigen hängt. Dabei ist er leidenschaftlich, aber auch im Sexualleben einfühlsam. Die Frau kommt bei einem Fischemann nicht zu kurz, im Gegenteil. Frauen entfalten sich auch sexuell bei einem Fischemann, doch ist er, einmal gefunden, nicht leicht zu halten. Wenn er vor dem Altar das Jawort spricht, meint er es auch ernst, doch schon kurz darauf kann ihn eine andere Frau betören und er entwischt von der Angel. Der Grund liegt auch bei seiner Untreue in der mangelnden Persönlichkeit. Er ist vor keiner Beeinflussung sicher. Wer mit einem Fischemann zusammen lebt, sollte sich stets darauf einstellen, dass ein Ja morgen bereits ein Nein sein kann. Während die Fischefrau an ihrer Meinung festhält, auch wenn sie unrichtig ist, hat ein Fischemann selten für lange Zeit dieselbe Meinung. Wenn er am Wirtshaustisch seine Ansichten kundtut und sein Gegenüber ihm die eigene präsentiert, geht er zumeist mit der neuen Ansicht nach Hause. Freunde können ihn auch zu Extremen verleiten, selbst zur Sucht und Drogenabhängigkeit. Von Menschen, die der Fischemann mag und die er bewundert, nimmt er Gewohnheiten und Eigenheiten an. Wie ein innerliches Chamäleon, wechselt er Meinungen und Lebensweisen. Da er seinen Mitmenschen, besonders jenen, die er liebt, bedingungslos vertraut, ist er ein leichtes Opfer. Ein Fehlverhalten von Freunden oder der Partnerin sieht er nicht, weil er es nicht sehen möchte. Er verschließt die Augen vor den Schattenseiten der anderen, besonders bei der Frau an seiner Seite, wie lange sie auch immer an seiner Seite sein mag. Für finanzielle Angelegenheiten zeigt er wenig Geschick, er gibt gerne mehr Geld aus als er besitzt. Der Diamantring für die Geliebte, selbstverständlich im glitzernden Mondschein übereicht, ist beinahe ein selbstverständliches Präsent für ihn. Auch die Runden, die er im Wirtshaus seinen Freunden spendiert, gehören für ihn zum Leben. Wenn er andere enttäuscht oder untreu ist, meint er es nie böse oder absichtlich unaufrichtig. Für ihn ist Selbstvertrauen ein eben Fremdwort, das er nicht kennt. Wie eine Birke im Wind, biegt er sich einmal nach rechts und einmal nach links. Nur wenn sich kurze Zeit kein Lüftchen regt, steht auch der Fischemann einmal aufrecht. Im Berufsleben behindert seine mangelnde Persönlichkeit, sein mangelndes Selbstvertrauen, den Erfolg. In führenden Positionen ist er selten zu finden. Da er sich für einen Schritt entscheidet, den anderen aber vollzieht, steht er sich für eine Karriere selbst im Weg. Die Konsequenz, die notwendig wäre, einen eingeschlagenen Weg auch weiter zu verfolgen, fehlt ihm gänzlich, da er unterwegs auf zu viele andere Persönlichkeiten und Ansichten stoßt.