Krebs, 22. Juni bis 22. Juli
Familie und Häuslichkeit bedeuten dem Krebs alles. Einfühlsam und treu bindet er sich an seinen Partner, am liebsten ein Leben lang, dabei können Krebs-Geborene auch besitzergreifend werden. Viele Kinder, Hund und Katze, einen Garten und eine harmonische Ehe sind die Wünsche, die der Krebs an das Leben stellt. Und wenn dann noch ein Polster am Sparbuch liegt, ist der Krebs vollkommen mit sich und der Welt zufrieden. Gereizt sollte der Krebs jedoch nicht werden, seine Rache, wenn auch oft verspätet, ist sicher.
Die Krebsfrau
Eine Krebsfrau wirklich durch und durch zu kennen, ist kaum jemandem möglich. In ihre seelischen Ecken und Winkel lässt sie niemanden. Ihre Gefühlswelt ist verworren, ein undurchdringbarer Dschungel. Wer sie kennenlernen möchte, muss sich den Weg zu ihrem Innersten wohl mit der Machete schlagen. Von selbst gibt sie ihre Gefühle nicht preis. Sie wirkt dadurch manchmal unnahbar, ist aber sehr empfindsam, oft sogar überempfindlich. Wird die Krebsfrau verletzt, gleicht ihr Erinnerungsvermögen dem eines Elefanten. Sie gibt oft nicht gleich zu erkennen, dass sie verletzt wurde, dass eine Handlung oder ein Wort sie getroffen hat. Manchmal vergehen Jahre, bis es offenkundig wird, dass sie verletzt wurde, doch dann übt sie Rache. Sie vergisst nichts, kein Wort, keine Bemerkung. Sie wartet auf den Moment, in dem ihre Rache am härtesten trifft. Ihr Erinnerungsvermögen ist generell außergewöhnlich. Sie kann Episoden aus vergangenen Zeiten schildern, Dialoge wiedergeben und einen Jahre zurückliegenden Urlaub so schildern, als würde sie ihn gerade erleben. Ihre Wortwahl ist schillernd, bunt. Zuhörer sind ihr gewiss. Gewürzt mit einer Prise Humor, wird ihre Erzählung lebendig. Sie erzählt jedoch nicht nur gerne von Vergangenem, sie lebt auch in Gedanken gerne in der Vergangenheit. So zeigt sie sich als Liebehaberin von Antiquitäten und Altwaren. Als Flohmarktbesucherin verbringt sie gerne ihre Freizeit beim Stöbern in alten Sachen. Die Krebsfrau freut sich über jedes schöne, alte Stück, das sie gefunden hat und trägt es wie einen Schatz in ihr Heim, das liebevoll und gemütlich gestaltet ist. In dem Heim einer Krebsfrau fühlt sich jeder Besucher wohl. Es strahlt eine warme Atmosphäre aus, in der sich jeder gerne aufhält. Sie verwöhnt ihre Gäste mit besten Gerichten, denn sie ist zumeist auch ein leidenschaftlicher Koch. Schmeckt es den anderen, ist die Krebsfrau glücklich. Die Besucher sind zufrieden, besonders wenn die Hausfrau noch eine Anekdote zum Besten gibt. Auf das Lob sollten die Besucher nicht vergessen, denn für die Krebsfrau ist es ganz besonders wichtig, beinahe lebenswichtig. Die Familie einer Krebsfrau kann sicher sein, stets ein gemütliches Nest vorzufinden, in dem sich alle Familienmitglieder wohl fühlen. Ihrem Partner kann das Nest durchaus schon einmal zu eng werden, denn die Krebsfrau klammert. Sie erwartet stets seine Liebesbezeugungen und Liebesbeweise. Bleiben sie aus, vertrocknet sie innerlich, ganz wie eine Blume ohne Wasser. Doch weiß ein Mann die Krebsfrau entsprechend zu behandeln, könnte er zum Schwerverbrecher werden, sie würde dennoch an seiner Seite stehen und allen, besonders ihm, ihre Liebe zeigen. Getreu bis in den Tod, ist für die Krebsfrau nicht nur eine Floskel.
Der Krebsmann
Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt, das sind die Wellen, auf denen der Krebsmann durch das Leben zieht. Ist er heute galant, liebevoll, fröhlich, beherrschen ihn schon morgen finstere Gedanken. Er ist dann mürrisch und unfreundlich. Da er, wie die Krebsfrau, keine Gefühle zeigt und niemandem einen Blick in sein Innerstes gewährt, ist es schwer, auf ihn einzugehen und seine Launen nachzuvollziehen. Doch eigentlich sind es keine Launen, er sieht die Welt nur heute so und morgen so. Wenn eine Frau seine Stimmungsschwankungen zu handhaben weiß, kann sie sicher sein, von ihm ein Leben lang geliebt zu werden. Ziehen Wolken über den Liebeshimmel, ist er bestrebt, alles zu tun, um die Beziehung wieder ins rechte Lot zu rücken. Ehetherapeuten und Paarberatungen werden dann ebenso um Hilfe gebeten, wie Freunde und Verwandte. Wolken am Liebeshimmel sind ihm unerträglich, denn sie stören die Sonne, die sein Leben erhellt. Und die enge Beziehung zu seiner Partnerin ist für ihn die Sonne, die auch das Haus erwärmt. Auch ihm ist Häuslichkeit wichtig. Obwohl er sich modern zeigt, ist er im Innersten äußerst konservativ. Er möchte nach Hause kommen, die Frau und die Kinder um den gedeckten Tisch versammeln und das Familienleben genießen. Dass seine Frau mit beiden Beinen im Berufsleben steht und den Haushalt nebenbei erledigt, würde ihm nicht behagen. Da er sich viele Kinder wünscht, ist eine im Beruf engagierte und erfolgreiche Frau an seiner Seite fehl am Platz. Hausfrau, Mutter und Geliebte sollte sein Partnerin sein, und das mit Leidenschaft. Krebsmänner sind auch ständig bestrebt, das Haus handwerklich auf Vordermann zu bringen, den Garten erstrahlen zu lassen, dabei vergessen sie jedoch nicht auf die Arbeit. Da Krebsmänner die Möglichkeit, leichtes Geld zu verdienen, förmlich riechen, werden sie immer Geld auf der hohen Kante haben. Es wieder auszugeben, fällt ihnen schwer, außer für die Familie, für Haus und Garten. Sie verzichten auf eine Urlaubsreise, wenn um das Geld ein edler Bücherschrank erworben oder ein neuer Zaum errichtet werden kann. Diese Einstellung erwartet er auch von seiner Partnerin. Für sich selbst gibt der Krebsmann höchstens Geld für den kulinarischen Genuss aus. Er liebt es, zu essen, am liebsten zu Hause, aber gut, deftig und vor allem viel. Mode ist ihm ein Fremdwort, Eleganz ebenso. In Arbeitskleidung fühlt er sich wohl, aber auch in abgetragenen Jeans mit den ausgetretenen Sandalen. Die Frage, ob die Kleidung einem bestimmten Anlass angemessen ist, stellt sich ihm nicht. Da muss die Partnerin einspringen und ihn auf sein Äußeres aufmerksam machen. Er sieht es nicht. Da er jedoch häufig in Politikerkreisen zu finden ist, als Bürgermeister, Abgeordneter oder als Funktionär in einem Verein, führt seine äußere Erscheinung mitunter zu Peinlichkeiten. Der Krebsmann ist beharrlich und zielstrebig, auch sehr strebsam, doch weiß er darum, auch um seine Erfolge. Nicht selten drückt sich dieses Wissen dann in Überheblichkeit aus. Er wirkt belehrend und vermittelt den Eindruck, alles zu können und zu wissen, aber nur er, und nicht die anderen.

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